Eingeschränkte Handfunktion: Wie bedient man einen Pflegesessel?

Unsere Hände sind im Alltag unverzichtbar. Sie ermöglichen es uns, zu schreiben, zu kochen, uns anzuziehen und alle möglichen Hilfsmittel zu benutzen. Wenn die Handfunktion durch eine körperliche Ursache eingeschränkt ist, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden haben. Auch die Verwendung von Hilfsmitteln, die eigentlich zur Unterstützung gedacht sind, kann dadurch erschwert werden.

Ursachen für eine eingeschränkte Handfunktion

Eine eingeschränkte Handfunktion kann verschiedene körperliche Ursachen haben. Häufige Erkrankungen sind:

  • Gelenkprobleme wie Arthrose, Gicht oder Rheuma, die zu Schmerzen, Steifheit und Fehlstellungen führen.
  • Nervenerkrankungen wie das Karpaltunnelsyndrom (CTS) oder Nervenschäden nach einem Schlaganfall, die zu Kraftverlust oder Koordinationsstörungen führen.
  • Muskelerkrankungen oder neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose (MS) oder Muskeldystrophie, die oft progressiv verlaufen.
  • Bindegewebe- und Sehnenprobleme wie Dupuytren-Krankheit (Kutscherhand) oder Schnellfinger, bei denen sich die Finger verkrümmen oder blockieren.

Bei fortschreitenden Erkrankungen nimmt die Handfunktion Schritt für Schritt weiter ab, wodurch immer mehr alltägliche Handlungen schwierig werden.

Auswirkungen auf das tägliche Leben

Eine eingeschränkte Handfunktion hat oft große Auswirkungen auf die Selbstständigkeit. Das An- und Ausziehen, Essen oder die Körperpflege erfordern mehr Zeit oder Hilfe von anderen. Auch die Bedienung von Hilfsmitteln, die eigentlich mehr Selbstständigkeit bieten sollen, kann zu einer Herausforderung werden.

Ein konkretes Beispiel ist der motorische Pflegesessel. Dieser Sessel hilft den Benutzern, bequem zu sitzen, sich zu entspannen und sicher aufzustehen. Die Bedienung kann jedoch für Menschen mit eingeschränkter Handfunktion schwierig sein.

Probleme aufgrund einer komplexen Handhabung

Viele motorische Pflegesessel verfügen über eine Handbedienung mit sechs Tasten: zwei für die Rückenlehne (vorwärts und rückwärts), zwei für die Beinstütze (ein- und ausfahren), eine für die Neigungsposition und eine für die Aufstehfunktion. Für jemanden mit einer gesunden Hand ist das kein Problem. Aber für Menschen, deren Hand und/oder Finger beispielsweise aufgrund von Rheuma oder Parkinson nicht mehr so gut funktionieren, ist es sehr schwierig, genau den richtigen Knopf zu drücken.

Insbesondere, wenn dafür Kraft erforderlich ist, wie dies bei den meisten Handbedienungen der Fall ist. Ist eine Erkrankung progressiv, wird diese Herausforderung immer größer.

Die Folge: Der Rollstuhlfahrer wird in einer Situation, die eigentlich dazu gedacht ist, ihm Unabhängigkeit zu verschaffen, stärker auf Hilfe angewiesen sein. Es kommt auch vor, dass jemand die Bewegungsmöglichkeiten des Pflegesessels nicht mehr nutzt. Dies führt zu einer verminderten Sitzunterstützung, was wiederum andere körperliche Beschwerden zur Folge haben kann.

Die Lösung: Bedienung mit nur 2 Tasten

Glücklicherweise gibt es eine Lösung: eine einfache Handbedienung mit nur zwei Tasten. Diese intelligente (Smart) Handbedienung wurde von Fitform speziell für Menschen mit eingeschränkter Handfunktion entwickelt. Dabei spielte unsere Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten eine wichtige Rolle. Sie wiesen nämlich darauf hin, dass ihnen ein solches Hilfsmittel für ihre Patienten fehlte.

Wie funktioniert die benutzerfreundliche Smart-Handbedienung? Ganz einfach:

  • Taste 1 für die elektrisch gesteuerte Relax- und Ruheposition (Auswahl aus 4 vorprogrammierten Bewegungsmöglichkeiten). Die Beinstütze fährt automatisch mit.
  • Taste 2 für die Aufstehfunktion.

Mit nur zwei Tasten lässt sich der Sessel auch bei stark eingeschränkter Handfunktion leicht bedienen. Außerdem erfordert das Drücken der Tasten der Smart-Handbedienung nur wenig Kraftaufwand. Was dies bewirken kann, erfahren Sie unter anderem in dem Praxisbericht über den Parkinson-Patienten Herrn Aarts.

Auf der Handbedienung ist auch eine kleinere Taste zu sehen, die jedoch in der Praxis selten verwendet wird. Aus Sicherheitsgründen kann eine Pflegekraft oder ein Betreuer mit dieser kleinen Taste den Sessel verriegeln/entriegeln.

Die Smart-Handbedienung ist als Option für jedes Sesselmodell von Fitform erhältlich. Die Bedienung wird über eine spezielle Software in den Sessel integriert. Bitte beachten Sie: Dies ist nur bei einem neuen Sessel möglich. Es ist (noch) nicht möglich, eine vorhandene Handbedienung durch eine Smart-Handbedienung zu ersetzen.

Mehr Selbstständigkeit und Komfort

Ein Pflegesessel mit Smart-Handbedienung ist für viele Menschen ein wertvolles Hilfsmittel, das sie täglich nutzen. Der Benutzer kann selbst entscheiden, wann er sich entspannen oder aufstehen möchte, ohne ständig um Hilfe bitten zu müssen. Das fördert nicht nur die Selbstständigkeit, sondern auch das Gefühl von Kontrolle und Würde. Pflegende Angehörige und Pflegekräfte erleben zudem weniger Druck, da der Benutzer den Sessel selbstständiger bedienen kann.

Fazit

Eine durch körperliche Ursachen eingeschränkte Handfunktion hat erhebliche Auswirkungen auf das tägliche Leben. Auch die Bedienung von Hilfsmitteln kann zu einer Herausforderung werden, insbesondere bei fortschreitenden Erkrankungen. Ein motorischer Pflegesessel mit einer einfachen 2-Knopf-Smart-Bedienung bietet hier Abhilfe. Er erhöht die Selbstständigkeit des Benutzers, verringert die Abhängigkeit von anderen und trägt so zu mehr Komfort und Lebensqualität bei.