Inklusive Ergonomie bei Adipositas

Sitzen erscheint oft als selbstverständlich. In der Adipositas-Versorgung ist das nicht immer der Fall. Für Patienten mit Adipositas erfordern das Sitzen und Aufstehen einen höheren körperlichen Kraftaufwand. Die Belastung der Knie- und Hüftgelenke ist größer, die Druckverteilung komplexer und die Belastung sowie die Druckkraft auf die Mechanik höher. Ein Standard-Sessel reicht dann nicht aus.

Inklusive Ergonomie bedeutet, dass ein Sessel von Grund auf für unterschiedliche Körperformen, Gewichte und Mobilitätsgrade konzipiert wird. Nicht für Durchschnittswerte.

Was bedeutet inklusive Ergonomie in der Adipositas-Versorgung?

Traditionelle Ergonomie orientiert sich an Durchschnittswerten. Inklusive Ergonomie orientiert sich an Vielfalt. Konkret bedeutet dies, dass bei der Konstruktion folgende Aspekte berücksichtigt werden:

•    Höhere Belastung

•    Spitzenbelastung beim Aufstehen und Hinsetzen

•    Asymmetrische Belastung

•    Komplexe Druckverteilung und Reibung

•    Möglichkeit der Unterstützung bei Transfers

•    Stabilität

•    Variable Sitzbreite, Sitztiefe und Sitzhöhe

Das Ziel ist für jeden Nutzer dasselbe: sicheres, bequemes und ergonomisches Sitzen mit maximaler Unterstützung und minimaler Belastung sowohl für den Patienten als auch für die Pflegekraft. n ergonomisch zitten met maximale ondersteuning en minimale belasting voor zowel cliënt als zorgverlener.  

Warum gewöhnliche Sessel nicht ausreichen

Standard-Sessel sind für durchschnittliche Körpermaße und Belastungen ausgelegt. Bei Adipositas ändert sich dies:

  • Höheres Körpergewicht
  • Andere Körperproportionen
  • Eingeschränkte Mobilität –    Größere Kräfte bei Transfers

1. Sitzhöhe und Gelenkbelastung

Eine zu niedrige Sitzhöhe verstärkt die Beugung der Knie und erhöht die Belastung der Gelenke beim Aufstehen. Dies erhöht die Sturzgefahr und erfordert mehr Unterstützung durch das Pflegepersonal.

2. Sitzbreite und Druckverteilung

Eine zu schmale Sitzfläche verursacht Reibung und Druckstellen im Bereich der Hüften und Oberschenkel. Eine ungleichmäßige Druckverteilung erhöht das Risiko von Hautproblemen und Beschwerden.

3. Sitztiefe und Mobilität

Eine zu tiefe Sitzposition behindert einen stabilen Stand auf dem Boden. Dies erschwert den Übergang vom Sitzen zum Stehen und erhöht dadurch die Belastung der Gelenke.

4. Armlehnen

Beim Aufstehen werden die Armlehnen häufig als Stütze genutzt. Dies führt zu einer Spitzenbelastung der Armlehne. Sind diese nicht tragfähig konstruiert, kann dies zu Instabilität führen, was Sturzgefahr zur Folge hat.

5. Stabilität

Der Übergang vom Sitzen zum Stehen bewirkt eine Verlagerung des Schwerpunkts nach vorne. Ein Sessel muss über eine stabile Konstruktion verfügen.

Ergonomische Kriterien für inklusive Pflegesessel

In der Adipositas-Versorgung gelten zusätzliche Kriterien. Ein ergonomischer Pflegesessel muss:

Kriterium 1: Maßanfertigung

Sitzhöhe, Sitztiefe, Sitzbreite, Lendenwirbelstütze und Armlehnenhöhe müssen an die Körpermaße und die Mobilität der jeweiligen Person angepasst werden können.

Kriterium 2: Belastbarkeit

Sowohl statische als auch dynamische Spitzenbelastungen während der Nutzung müssen zuverlässig aufgefangen werden.

Kriterium 3: Optimale Druckverteilung

Feste Schaumstoffe und gegebenenfalls Anti-Dekubitus-Sitzkissen verbessern die Druckverteilung und verringern Druckstellen.

Kriterium 4: Aktive Unterstützung

Dank der Möglichkeit, den Sessel elektrisch in eine Liegeposition zu neigen, lässt sich eine bequeme Sitzposition erreichen und die Wirbelsäule entlasten.

Kriterium 5: Sicherheit beim Transfer

Eine Aufstehhilfe entlastet die Gelenke und verringert die körperliche Belastung des Pflegepersonals. Zudem fördert sie die Selbstständigkeit und Eigenständigkeit.

Kriterium 6: Hygienisches Sitzen

Durch die Wahl eines feuchtigkeitsbeständigen Bezugs lässt sich der Sessel leicht sauber halten.

Eine durchdachte Ergonomie in der Adipositas-Versorgung geht über einen einfachen, verstärkten, breiten Sessel hinaus – es handelt sich um eine maßgeschneiderte Sitzlösung.

Inklusives Design: Fitform-Sessel Vario 570

Ein konkretes Beispiel für einen inklusiven, ergonomischen Sessel ist der Pflegesessel Vario 570.

Dieser Sessel wurde für Menschen entwickelt, für die bequemes Sitzen keine Selbstverständlichkeit ist, und bietet umfangreiche individuelle Einstellmöglichkeiten.

Technische Merkmale:

  • Individuell anpassbare Sitzhöhe
  • Individuell anpassbare Sitztiefe
  • Individuell anpassbare Sitzbreite
  • Belastbar bis 225 kg (bei breiteren Modellen)
  • Beinstütze belastbar bis 60 kg (bei breiteren Ausführungen)
  • Elektrische Neigungsverstellung
  • Elektrische Aufstehhilfe
  • Lendenstütze in Höhe und Dicke verstellbar
  • Stabile und druckentlastende Sitzmaterialien möglich

Die Konstruktion und Mechanik des Sessels wurden verstärkt, sodass er sowohl statischen als auch dynamischen Belastungen standhalten kann.

Was diesen Sessel zu einem inklusiven, ergonomischen Sessel macht, sind die maßgeschneiderten Abmessungen, die aktive Stützung, die Stabilität bei Transfers und alle weiteren Optionen, die den Sessel für jeden geeignet machen. So entsteht eine ergonomische Sitzlösung für alle, denen Sicherheit, Komfort und Selbstständigkeit besonders wichtig sind.

Mehr Sicherheit und weniger körperliche Belastung

In der Adipositas-Versorgung ist sicheres und bequemes Sitzen kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung. Ein ergonomisch verstellbarer Sessel:

  • Fördert die Selbstständigkeit und Eigenständigkeit
  • Verringert die Sturzgefahr
  • Verringert die körperliche Belastung des Pflegepersonals
  • Verringert die körperliche Belastung des Patienten
  • Fördert bequemes Sitzen und steigert das Wohlbefinden

Häufig gestellte Fragen

Entlastet ein Sessel das Pflegepersonal?

Ja, ein gut angepasster Sessel unterstützt den Patienten beim Sitzen, Ausruhen und Aufstehen. Durch die elektrische Aufstehhilfe, die Neigungsverstellung und die richtige Sitzhöhe wird die Selbstständigkeit des Patienten gefördert. Das bedeutet:

  • Weniger körperliche Unterstützung bei Transfers durch Pflegekräfte
  • Weniger Korrekturen der Sitzhaltung
  • Weniger Unruhe aufgrund von Unbehagen und Schmerzen
  • Weniger Sturzunfälle

Kann ich als Pflegekraft helfen, ohne mich körperlich zu überlasten?

Ein Pflegesessel mit Aufstehhilfe wurde entwickelt, um körperliche Überlastung zu vermeiden. So kannst du den Patienten begleiten, anstatt ihn selbst heben zu müssen.

Wie intensiv kann der Sessel genutzt werden?

Die Fitform-Pflegesessel sind für den intensiven und langfristigen Gebrauch konzipiert. Das bedeutet, dass sie für höhere Belastungen, Spitzenbelastungen und eine verstärkte Mechanik ausgelegt sind. Da wir fest von der Qualität unserer Sessel überzeugt sind, gewähren wir eine Garantie von 10 Jahren.

Gibt es eine Druckverteilung zur Vorbeugung oder Linderung von Dekubitus?

Beides. Für unsere breiten Sessel liefern wir in der Regel ein Sitzkissen aus besonders festem Kaltschaum. Ein Sitzkissen aus festem Memory-Schaum kann vorbeugend eingesetzt werden, um Dekubitus zu verhindern. Sitzkissen mit Luftkammern oder Intelli-Gel können verwendet werden, wenn bereits Dekubitus vorliegt. Unsere Sitzspezialisten beraten Sie, welche Sitzkissen für die jeweilige Situation am besten geeignet sind.

Möchten Sie mehr über maßgeschneiderte Sitzlösungen erfahren, die zu Ihrer Pflegeeinrichtung oder Ihrer Abteilung für Adipositas passen? Dann wenden Sie sich bitte an einen unserer Berater, um eine persönliche Beratung zu erhalten.